Mici

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Olli
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Mici

Beitrag von Olli »

Ich habe mich dran gewagt! - MICI !!!
im ersten Anlauf:
- 1,5 Kg Rindfleisch
- ca. 300 Gramm Rinderfett

Alles erst mal Wolfen (2X, am Ende durch die 3mm Scheibe)
Dann ab in die Knetmaschine, zusammen mit den Gewürzen: Salz, Pfeffer, Koriander, Kreuzkümmel, Thymian und gaaanz wichtig: Sodiumbicarbonat! (Natron)
Anschliessend unter Beigabe von kolesäurehaltigem Eiswasser (hatte ich nicht, deshalb habe ich mir mit Bier aus dem Kühlschrank beholfen) etwas kneten ( ca. 10-20 Minuten) und ab in den Kühlschrank.
Am nächsten Tag nochmals kneten und ab durch die Wurstmaschine!

Abschneiden, grillen und Geniessen!

Leider war ich mit den Gewürzen etwas zu sparsam, war aber trotzdem lecker!!!

Mittlerweile habe ich nochmals gemacht, die liegen allerdings noch im Tiefkühler und warten auf den Grill!
Ich werde berichten, wie ich die gemacht habe, denn auf Anraten meiner Frau habe ich einiges verändert!
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Sabine Waage
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Re: Mici

Beitrag von Sabine Waage »

Hallo Olli , das klingt interessant und lecker
hab aber paar Fragen
Mit Wolfen meinst Du sicher durch den Fleischwolf das Rindfleisch zu Geschabten( Tartar) bzw Rinderhack.zu bringen
Kann man wenn man keinen Fleischwolf mehr hat auch schon fertiges Rinderhack verwenden- vermute ja.
Warum ist Sodiumbicarbonat! (Natron) so wichtig ? Was passiert wenn man keins hat , es wegläßt ?
Die Wurstmaschine ist das der selbe Fleischwolf wie am ersten Tag also beim Wolfen, beim googeln nach Wurstmaschine zeigts mir auch nur Fleischwölfe an.
Ist grillen zwingend notwendig oder kann man die Mici auch im Umluftherd oder der Pfanne zubereiten.
Am meisten interessiert mich warum man zwingend ganz wichtig Natron braucht.
Ich geb zu ich koche selten bis nie - aber das hier klingt super einfach , am Ende ist es ja von der Sache her wie eine Bullette , Fleischpflanzerl , Faschiertes , Beefsteak oder wie wir hier sagen Gehacktresklößchen nur das es eben eine Rolle ist und kein Klops.
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Olli
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Re: Mici

Beitrag von Olli »

Ok, viiiele Fragen :D
Ich fange mal an:
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Hallo Olli, das klingt interessant und lecker
hab aber paar Fragen
Kein Aber! Das Forum ist für Fragen da! :lol:
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Mit Wolfen meinst Du sicher durch den Fleischwolf das Rindfleisch zu Geschabten ( Tartar) bzw. Rinderhack. Zu bringen
Kann man, wenn man keinen Fleischwolf mehr hat, auch schon fertiges Rinderhack verwenden, - vermute ja.
Genau: Wolfen = "Durch den Fleischwolf drehen" Dabei am besten 2-3 mal, erst mit der großen Lochscheibe, dann bis zur 3 mm runter.
Bei einem Industriefleischwolf kann man normalerweise auch direkt auf 3 mm "wolfen".
Ob es nun "geschabt", "gehackt", "faschiert" oder wie auch immer genannt wird, ist wohl eher regional bedingt. (Tartar ist allerdings wie Mett schon gewürzt!)
Natürlich kannst Du auch fertiges Rinderhack kaufen, da weißt, Du allerdings nicht was da genau drinnen ist ( Falls Dir dies wichtig ist)
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Warum ist Sodiumbicarbonat! (Natron) so wichtig? Was passiert, wenn man keins hat, es weglässt?
Natron / Sodiumbicarbonat / NaHCO₃:
Wikipedia sagt:
Natriumhydrogencarbonat hat die Summenformel NaHCO₃, ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Gelegentlich werden für Natriumhydrogencarbonat auch die veralteten und chemisch unzutreffenden Trivialnamen doppeltkohlensaures Natron und Natriumbicarbonat (auch kurz NaBi) verwendet.
Quelle: Wikipedia

Du kannst auch Backpulver nehmen, achte aber darauf, dass es Natron (oder den Zusatzstoff "E500") enthält!

Natron hilft beim Kneten der Fleischmasse bei der Bindung des Fleisches - was sonst sogenannte "Cutterhilfsmittel" übernehmen.
Weiter bildet Natron in Verbindung mit Wasser und später Wärme Kohlensäure, was die Fleischröllchen schön "luftig" macht, bei zugleich guter Bindung.

Wichtig ist dabei aber auch der Fettgehalt des Fleisches: zu wenig Fett und die Wurst ( Das Mici) wird bröselig und zerfällt in der Pfanne!
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Die Wurstmaschine ist das derselbe Fleischwolf wie am ersten Tag also beim Wolfen, beim googeln nach Wurstmaschine zeigts mir auch nur Fleischwölfe an.
Die "Wurstmaschine" ist ein "Wurstfüller". Diese gibt es manuell oder elektrisch. Ich habe einen ähnlichen wie in diesem Amazon Werbelink ( allerdings in Rumänien deutlich günstiger gekauft 8-) )
https://amzn.to/406S2Km

Du kannst aber auch einen Fleischwolf mit Wurstfüllaufsatz nehmen. (Der Wurstfüller ist allerdings leichter zu reinigen!)
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Ist grillen zwingend notwendig oder kann man die Mici auch im Umluftherd oder der Pfanne zubereiten.
Grillen ist nicht zwingend! Es geht auch in der Brat- oder Grillpfanne!
Ich habe es mittlerweile auch im "Optigrill" (Tefal) probiert: Geht, genau wie Merguez auch!
Umluftgrill oder Heißluftfritteuse werde ich noch testen!
Sabine Waage hat geschrieben: Di 8. Jul 2025, 17:32 Ich geb zu ich koche selten bis nie - aber das hier klingt super einfach , am Ende ist es ja von der Sache her wie eine Bullette , Fleischpflanzerl , Faschiertes , Beefsteak oder wie wir hier sagen Gehacktresklößchen nur das es eben eine Rolle ist und kein Klops.
Mici schmecken auch als "Fleischpflanzerl", "Gehacktresklößchen", "Bullette", "Frikadelle" oder wie auch immer (wieder Regional)
Am besten jedoch sind sie als Mici in Würstchenform ohne Haut! :lol: :lol:

So! Ich hoffe ich habe ein paar Fragen beantwortet :-)
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Olli
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Re: Mici

Beitrag von Olli »

Nachtrag:
Ich werde diese Tage noch die genauen Mengenangaben der Zutaten hinzufügen...
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Sabine Waage
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Re: Mici

Beitrag von Sabine Waage »

Dabkeschön , Olli.
Das war ja ausführlich .

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Re: Mici

Beitrag von Sternschrauber62 »

Muss ich Zuhause auch ausprobieren, Gewürzmischung hab ich schon :lol:
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Olli
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Re: Mici

Beitrag von Olli »

So, Jetzt!
Hier mein Rezept:

Mititei oder auch Mici („die Kleinen“) sind ein landesweites Nationalgericht in Rumänien. Es handelt sich um gegrillte Hackfleischröllchen. Die Mititei wurden laut Überlieferung im Bukarester Restaurant „Carul cu bere“ kreiert und erstmals 1902 angeboten.
Dieses Mititei-Rezept unterscheidet sich deutlich von den ähnlich aussehenden balkanischen Spezialitäten (Cevapcici) dieses Genres.

Klassische Beilagen zu den Mititei sind Senf und Brot oder Pommes. Je nach Geschmack werden auch salzig eingelegte grüne Tomaten (rumänisch gogonele), Tomatenpaprika (Gogoșari) und Salzgurken (leider in Deutschland immer zuckersüß!) als auch fein gehackte Zwiebeln, Telemea, Oliven und eine mit Chilis geschärfte Zacuscă serviert. Regional wird auch ein Salat mit Rotkraut sowie mit Bohnen serviert.

Gericht Kleinigkeit
Küche Rumänien
Vorbereitungszeit 2 Tage
Zubereitungszeit 10-15 Minuten

Kosten: ca. 23.- Euro für 1 kg Fleisch

Kochutensilien

Fleischwolf (optional, kann auch gewolft gekauft werden)
Knetmaschine optional, (kann auch von Hand geknetet werden.)
Wurstfüller (optional, es geht auch ohne!)
Grill, Bratpfanne oder Heißluftfritteuse
Feinwaage für die Gewürze

Zutaten

Gewürze

17 Gr. Salz
2 Gr. Kreuzkümmel
2 Gr. Bohnenkraut ( am besten Sommerbohnenkraut)
5 Gr. Pfeffer schwarz, frisch gemahlen
15-20 Gr. Knoblauchpulver
10-15 Gr. Natron (Bikarbonat)
2 Gr. Koriander
2 Gr. Thymian
1 Gr. Majoran
2 Gr. Oregano
2 Gr. Piment frisch gemahlen
10 Gr. Paprikapulver (optional)
etwas Zitronensaft
Gewürze
Gewürze
Fleisch

1 kg Rindfleisch am besten vom Hals
250 Gr. Rinderfett Falls das Fleisch schon viel Fett hat, etwas weniger!

Sonstiges:

1 Liter eiskaltes Bier, Knochenbrühe oder Mineralwasser (wird nicht komplett gebraucht)

Anleitungen:


Gewürze wiegen und mischen
Fleisch und Fett in Wolfsgerechte Stücke schneiden und erst durch die 5 mm Scheibe und anschließend durch die 3 mm Scheibe drehen. Dabei die Gewürzmischung zufügen.
Das Wolfsgerechte Fleisch
Das Wolfsgerechte Fleisch
Falls kein Fleischwolf vorhanden ist, kann man beim Metzger sicher auch fragen, ob er das übernimmt und anschließend die Gewürze zu Hause beimischen.
Nun die Fleischmasse in die Knetmaschine geben und unter Zugabe von Bier und etwas Zitronensaft kneten, bis eine homogene, klebrige Masse entsteht.
Die Masse nun über Nacht im Kühlschrank "durchziehen" lassen



Vorbereitung (Tag 2)
Die fertig geknetete Fleischmasse
Die fertig geknetete Fleischmasse
Die Fleischmasse nochmals kräftig durchkneten, falls nötig unter Beigabe von etwas Bier
Mit dem Wurstfüller, mit dem größten Aufsatz (ohne Wurstdarm) ca. 12 cm. lange Würstchen pressen. Das geht natürlich auch von Hand, oder mit dem Fleischwolf mit entsprechendem Aufsatz, also ohne Wurstfüller (Tipp: Hände und Schale einölen, sonst klebt alles!)

Zubereitung

Auf dem Grill:
Von jeder Seite ein paar Minuten angrillen, bis die gewünschte Farbe da ist (nicht zu lange, da sie sonst trocken werden!) dabei jeweils mit etwas Bier oder Öl bepinseln

In der Bratpfanne:
in etwas Öl von jeder Seite anbraten bis die gewünschte Bräune da ist.

In der Heißluftfritteuse
bei 180° ca. 8-10 Minuten garen.

Die Mici können mit Öl bepinselt, auf Backpapier eingetütet und tiefgekühlt werden.
Ich packe jeweils acht Stück zusammen, dies ist für meine Frau und mich genau die richtige Menge!

(weitere Bilder folgen)
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Re: Mici

Beitrag von Olli »

Wie versprochen, weitere Bilder:

Die Gewürzwaage:
Gewürzwaage
Gewürzwaage
Diese Waage geht sehr genau. Super praktisch für kleine Mengen wie Gewürze!
Normale Küchenwaagen sind da zu ungenau!

Das Wursteln:
Am Wursteln
Am Wursteln
Am Wursteln
Am Wursteln
Die letzten (nun handgeformten) Mici auf dem Grill:
Auf dem Grill
Auf dem Grill
Eine Ladung mit acht Mici, bereit zum eintüten und einfrieren:
Bereit zum Eintüten
Bereit zum Eintüten
Insgesamt hatte ich 3 kg. Gesamtmasse. Dies ergab 95 Mici!
Erstehungskosten:
Fleisch: 17.20
Rinderfett 2.--
Bier 1.--
Gewürze 18.--
-----------------------------------
total: 40,20 Euro
====================
(Strom, Küchenmaschinen etc nicht eingerechnet...)
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Re: Mici

Beitrag von Olli »

ACHTUNG!!
Ich habe die Menge des Rinderfetts korrigiert!
250 Gramm reichen … bei 300 oder wie in meinem Fall sogar noch mehr, werden sie zu fett!
(Da ist mir tatsächlich ein Denkfehler passiert und ich Depp habe den 1:1 ins Rezept geschrieben … Ich ging bei meiner Zubereitung von 2 kg. Fleisch aus und hatte irgendwie das letzte Mal nur 200 gr. pro kg drin, was dann zu trocken war! So habe ich auf 1,6 kg Fleisch 600 gr. Fett dazugetan … nun weiß ich 250 gr. pro kg. Müssten reichen, da bei meiner Mischung rund 375 gr. Fett pro Kg drin waren und somit das flüssige Fett nun auf dem Grill nur noch so herausläuft!)
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Re: Mici

Beitrag von Sternschrauber62 »

Ich habe gestern sehr leckere Ciorba de perisoare und danach mici serviert bekommen, köstlich :lol:
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